The Inpatient: Wie Sprachsteuerung VR revolutioniert

Supermassive Games sind die Meister der Immersion. Als ich 2015 mit Until Dawn die wohl grusligste Nacht meines Lebens innerhalb meiner eigenen vier Wände verbrachte, wunderte ich mich, wie sehr man doch den Spielenden durch leichte Tweaks in das Geschehen involvieren kann. Ich spielte den Horror-Schocker damals mit meiner Freundin, welche sich gemütlich an mich gekuschelt hatte und mich Jumpscare für Jumpscare durch die angsteinflößenden Parts des Games laufen ließ. An manchen Stellen, beispielsweise als man sich verstecken musste, verlangte das Spiel von einem, dass man auch im echten Leben verstummt. Selbst die kleinste Bewegung hätte die Situation eskalieren lassen, und so hält man selbst auf der Couch die Luft an – man will ja schließlich nicht entdeckt werden. Und genau das ist eine Leistung: Das Studio hat es erfolgreich geschafft die Atmung des Spielers und des Charakters zu synchronisieren und damit die emotionale Verbundenheit zu intensivieren.

In der Klapse

Nun wagt sich der Sony-exklusive Entwickler Supermassive Games nach dem letzten VR-Abenteuer Until Dawn: Rush of Blood an den nächsten Titel für die PlayStation-Brille. Nachdem sich VR-Enthusiasten mit dem Railgun-Shooter genug austoben konnten, steht jetzt eine storylastigeres Spieldesign im Vordergrund. Wer sich ein narratives Meisterwerk à la Uncharted erwartet, kann natürlich nur enttäuscht werden. Wie zum Beispiel Heavy Rain bietet The Inpatient mehrere Storyverläufe und Enden an, wodurch natürlich die Qualität des Storytellings ein wenig getrübt wird. Klar, man bekommt immer sein persönliches Ende, aber wer sagt, dass das der optimale Ausgang ist?

Was The Inpatient erzählt spielt eigentlich gar keine Rolle. Es ist viel interessanter wie es die Geschichte erzählt. Es lässt nämlich nicht nur den Spieler die Entscheidungen treffen, sondern legt ihm auch noch die Worte in den Mund. Bei jeder Entscheidung, die man als Spieler trifft, schweben einem die Antwortmöglichkeiten vor der Nase herum. Durch deutliches Aussprechen einer dieser Dialogoptionen entscheidet man wie das Gespräch und somit die Story voranschreitet. Auch wenn es sich anfänglich etwas weird anfühlt tatsächlich mit den Figuren zu sprechen, überzeugt das Konzept. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich viel involvierter, da ich meine Entscheidungen eigens verbalisiert habe.

Im Dialog

The Inpatient schafft es meisterlich Virtual Reality auf ein neues Immersionslevel zu heben und statuiert so ein Exempel für zukünftige Spiele. Story- und gameplaytechnisch revolutioniert es wenig, weiß aber durch ein gelungenes Gesamtbild zu überzeugen. VR-Fans, die Lust auf etwas Neues haben, können hier getrost zugreifen.

Shinigaming

Für diesen Artikel wurde uns von Sony ein Review-Code für PlayStation 4 zur Verfügung gestellt. Wie findet ihr die Möglichkeit der Sprachsteuerung in VR? Seid ihr Fan von Spielen mit multiplen Enden?Hinterlasst uns einen Kommentar auf FacebookTwitter, oder gleich hier unter dem Post!

  • Liebt schwarzen Kaffee und Musik mit Schreierei. Ist Gründungsmitglied, aber trotzdem furchtbar schlecht in kompetitiven Spielen. Besitzt ein lebensgroßes Schlüsselschwert um die Welt vor herzlosen Reviews zu beschützen.

  • Show Comments

Leave a Reply