Sonic Forces im Review

Gotta go fast

Kein anderer Igel polarisiert mehr als das Sega-Maskottchen Sonic. Obwohl das flotte Säugetier die Gamer der Neuzeit schon von ihrer Kindheit an begleitet und dadurch oft mit Nostalgie punktet, schlagen die Review-Scores so verlässlich aus wie eine Sinus- und Kosinusfunktion. Das kürzlich erschienene Sonic Mania vereinte geschickt Altes mit Neuem und wurde deswegen von Kritikern und Fans gleichermaßen gefeiert. Heißt der momentane Erfolg für Sonic Forces, dass es nun wieder bergab gehen muss, oder hat der Nager diesmal noch genug Anlauf um an der Spitze zu bleiben?

Fanservice vom Feinsten

Laut den Entwicklern schreite das Internet förmlich nach eigens kreierbaren Sonic-Charakteren. Aus diesem Grund haben sie einfach den Querschnitt der unterschiedlichen Designs auf Tumblr herangezogen und mehrere Rassen und Styles in Forces integriert. Diese unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern gewähren auch bestimmte Perks, wie zum Beispiel einen zusätzlichen Sprung oder verschiedene Ring-Boni. Nach der Gestaltung des eigenen Heldens beginnt auch gleich die Story, welche stark nach belanglosen Sonntagvormittag-Cartoons schreit und deswegen getrost ignoriert werden kann. Wichtig ist nur, dass sich sowohl der moderne, als auch der klassische Sonic zu eurem Original Character gesellen und sich so die Level stark im Gameplay unterscheiden.

Wer verliert seinen Job?

Während die Levels mit Classic Sonic natürlich ganz im 2.5D-Stil gehalten sind, orientieren sich die Passagen der anderen Charaktere, mit kurzen Ausnahmen, an den 3D-Sonics à la Sonic Adventure. Besonders die Stages, in denen man den Original Character kombiniert mit Modern Sonic steuert, spielen sich extrem flüssig und schaffen es mit dem Double Boost, bei dem man in Höchstgeschwindigkeit durch Gegnermengen stürmt und dazu den catchy Theme-Song hört, extrem zu motivieren. Ähnlich wie bei City Escape, dem Anfangslevel aus Sonic Adventure 2, welches auch extrem auf den grandiosen Soundtrack setzt, habe ich einige Stages trotz bereits erreichtem S-Rank wiederholte Male gespielt, weil sie halt einfach Laune machen. Auf der anderen Seite wirkt es so als wären manche beim Testen komplett außer Acht gelassen worden. Bei einer bestimmten 2D-Passage reicht beispielsweise der Anlauf von Sonic nicht einmal um über eine Schanze des Hauptwegs zu kommen, wodurch man selbst bei einem perfekten Run stehen bleiben und durch einen Spin Dash Geschwindigkeit aufbauen muss. Das ist bei einem Spiel dieses Kalibers ein absolutes No-Go und sorgt natürlich für Frust und zurecht auch strenger Kritik unter den Fans.

Spin Dash und Flammenwerfer?

Aber nicht alle Makel hätten durch einmaliges Durchspielen der Entwickler ausgemerzt werden können. Der kreierbare Charakter kann mit sogenannten Wispons ausgerüstet werden. Diese Gadgets ermöglichen eine zusätzliche Attacke, die sich aber nicht ganz so gut wie die klassische Homing Attack zur Gegnervernichtung eignet. Wie auch durch die schlampig designten Stages, verliert das Spiel dadurch an Geschwindigkeit, welche sich aber bekanntlich als USP durch das Sonic-Franchise zieht. Trotzdem fand ich Gefallen an den Passagen des eigenen Heldens, da man mit Abschluss jeder Herausforderung mit Kleidung und Accessoires überschüttet wird, die zur Aufhübschung dienen und zur Komplettierung des Spiels anspornen. Mein Wunschdesign war zwar relativ schnell fertiggestellt, aber trotzdem habe ich mich über das ständige Freischalten von neuen Gegenständen nach abgeschlossenen Missionen gefreut.

Die Kurve gekratzt

Wer sich ein pfeilschnelles, modernes Sonic-Game mit Charaktergestaltung wünscht, kommt mit Sonic Forces voll auf seine Kosten. Leider fehlt es jedoch vielen Stages an Finish, was oft den für das Franchise so wichtigen Flow zerstört. Kann man über die Schlampigkeit der Entwickler hinwegsehen bietet Forces einen erfrischenden Mix aus verschiedenen Gameplay-Arten, die sich über die Jahre in Sonic-Titeln etabliert haben, und sorgt dadurch für kurzweiligen Spielspaß.

Was wir nice fanden:

  • Guter Hybrid aus allen Sonic-Styles
  • Motivierender Soundtrack
  • Vielfältige Charaktergestaltung

Was wir nicht so nice fanden:

  • Fehlerhafte Strecken
  • Schwaches Leveldesign
  • Flache Story

Shinigaming

Für diesen Artikel wurde uns von Sega ein Review-Code für PlayStation 4 zur Verfügung gestellt. Wie findet ihr die Möglichkeit der Charaktergestaltung? Welchen Gameplay-Stil habt ihr am liebsten? Hinterlasst uns einen Kommentar auf FacebookTwitter, oder gleich hier unter dem Post!

  • Liebt schwarzen Kaffee und Musik mit Schreierei. Ist Gründungsmitglied, aber trotzdem furchtbar schlecht in kompetitiven Spielen. Besitzt ein lebensgroßes Schlüsselschwert um die Welt vor herzlosen Reviews zu beschützen.

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