Assassin’s Creed: Origins im Review

Ein Neuanfang?

Zehn Jahre ist es nun her, dass der erste Teil der Erfolgsserie von Ubisoft den Konflikt zwischen Assassinen und Templer im Bereich Videospiele einläutete. Mit Locations wie Frankreich, Italien, England, Nordamerika oder der Türkei wurde in den vergangenen Spielen kulturell schon viel abgedeckt. Jetzt wagt die Serie nicht nur einen großen Schritt, indem sie sich in das Ägypten zur Zeit von Cleopatra und Julius Caesar begibt, sondern rüttelt erstmalig auch an den eingesessenen Mechaniken des Franchises. Ist Assassin’s Creed: Origins etwa der Ursprung einer neuen Bewegung?

Neue Epoche, neue Formel

Als Bayek von Siwa gilt es in Assassin’s Creed: Origins die Bürger von Ägypten zu beschützen. Er ist Medjay und hat es sich somit zur Mission gemacht den Schwachen zu Gerechtigkeit zu verhelfen. Im Fokus liegen jedoch eher seine eigenen Motive, denn er strebt nach Rache. Ähnlich wie in Shadow of Mordor kämpft man sich also in den Rängen der Bösewichte hoch, um Frieden für das Volk und vor allem sich selbst zu finden. Ein wichtiges Merkmal der Serie war immer schon die historische Stimmigkeit – wurden Missionen genau so erfüllt, wie die Geschehnisse einst verliefen, so wurden 100 Prozent Synchronisation und Erfahrungsboni gewährt. Origins weicht mit seinem Rollenspielfokus auf ein graduelles Schwierigkeitsmodell aus und eliminiert so die Nebenziele bei Missionen. Diese waren allerdings oft Inspiration um Gegner auf besondere Art zu beseitigen und animierten mich stets dazu neue Fähigkeiten auszuprobieren. Da sie beim aktuellen Teil ausblieben, verfiel ich oft dem Muster Missionen eher schnell, effektiv, aber auch eintönig zu lösen.

Looten und leveln

Das tänzelnde Kampfsystem der Vorgänger ist mit Origins komplett gestorben. Es gibt so viele Waffen zu sammeln wie noch nie, und Schild und Bogen gewinnen in diesem Teil enorm an Bedeutung. Blocken, Ausweichen, schwache und heftige Attacken erinnern stark an Dark Souls, welches aber durch die Ausdauerleiste doch weit komplexer und durchdachter wirkt. Die Kämpfe machen dennoch Spaß, da sich vor allem legendäre Waffen und generell verschiedene Waffentypen merkbar anders anfühlen und man so enorm viel Raum für den eigenen Spielstil hat. Dass die Waffen verschiedene Seltenheitsgrade tragen, lädt natürlich zum Erkunden der Spielwelt ein, die unter Berücksichtigung der Weitläufigkeit genauso mit Nebenaktivitäten zugekleistert ist, wie die Maps der vorherigen Titel. Wer keine Lust auf belanglose Nebenmissionen hat, die im Vergleich zu den grandiosen Substories von The Witcher 3: Wild Hunt kaum Spielwert haben, kann sein echt verdientes Geld in Materialien, Skillpunkte und Waffen stecken. Ich spürte zwar selten den Drang meine Euros in das Spiel zu pumpen, dass die Option aber trotzdem in jedem Ladescreen beworben wird, finde ich bei einem Vollpreisspiel etwas billig.

Gehen wie ein Ägypter

Ägypten eignet sich perfekt als Schauplatz für die Serie. Pyramiden sind tolle Grabstätten, Wüsten laden zu entspannenden Ritten ein, die Städte porträtieren eindrucksvolle Architektur, während Sümpfe Heimat für allerlei jagbares Vieh bieten. Selten konnte ein Spiel der Reihe durch solch eine diverse Flora und Fauna überzeugen. Die offene Welt ist bis ins kleinste Detail verplant und wirkt zu jeder Sekunde interaktiv und lebendig. Sogar die Meerschlachten, die in Black Flag so verschrien waren, machen jetzt irgendwie Spaß. Als neues Tool steht euer Adler Senu bereit, der die Drohne von Watch_Dogs 2 ablöst und zum Markieren der Missionsziele benötigt wird. Oft gestaltet er das Spiel aber auch zu leicht – genauso wie euer Pferd, das euch auf Knopfdruck zum nächsten Wegpunkt bringt und währenddessen noch krasser Berge erklimmt als euer Ross in Skyrim.

Grandiose Sandbox

Assassin’s Creed traut sich mit Origins endlich etwas Neues auszuprobieren. Viele dieser Elemente machen gewaltig Spaß, ersetzen aber für den Charakter der Serie maßgebende Mechaniken. Wer eine gigantische, aber zeitgleich lebendige Sandbox – no pun intended – sucht, und gerne auf Jagd nach legendärem Loot geht, wird garantiert Gefallen an Ubisofts neuem Abenteuer finden.

Was wir nice fanden:

  • Riesige, authentische Spielwelt
  • Motivierende Rollenspiel-Elemente
  • Forderndes Kampfsystem

Was wir nicht so nice fanden:

  • Verlust der alten Handschrift
  • Belanglose Nebenquests
  • Mikrotransaktionen

Shinigaming

Für diesen Artikel wurde uns von Ubisoft ein Review-Exemplar für PlayStation 4 zur Verfügung gestellt. Wie gefällt euch Ägypten als Setting? Wie findet ihr es verglichen zu Ezio und dem alten Rom? Hinterlasst uns einen Kommentar auf FacebookTwitter, oder gleich hier unter dem Post!

  • Liebt schwarzen Kaffee und Musik mit Schreierei. Ist Gründungsmitglied, aber trotzdem furchtbar schlecht in kompetitiven Spielen. Besitzt ein lebensgroßes Schlüsselschwert um die Welt vor herzlosen Reviews zu beschützen.

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