Fire Emblem Warriors im Review

Als ich die Ankündigung des ersten Fire Emblem-Ablegers für die Switch live verfolgte, war ich zugegebenermaßen etwas enttäuscht, als sich am Ende des Teasers letztendlich der volle Spieltitel offenbarte. Ein weiteres Franchise verfiel dem Warriors-Makeover, in dem es gilt sich durch seelenlose Gegnermassen zu metzeln, anstatt auf bewährtes, serientypisches Gameplay zurückzugreifen. Wer hätte gedacht, dass Fire Emblem Warriors geschickt schafft die leidigen Muster zu überschatten und die Stärken beider Serien zu kombinieren.

Das Warriors-Treatment

Auch wer mit dem Fernost-Gemetzel Dynasty Warriors selbst wenig anfangen kann, hatte bestimmt schon mal Kontakt mit einem Titel dieser Art. Spätestens mit Variationen wie One Piece: Pirate Warriors oder Hyrule Warriors kam jeder schon mal in den Genuss der Spiele, in denen man großteils ein- bis zweitausend Gegner abschlachtet ohne auch nur ein bisschen ins Schwitzen gekommen zu sein. Wer diese Art von Spiel meidet, wird auch mit Fire Emblem Warriors wenig anfangen können. Allerdings ist die Umsetzung so liebevoll, dass es echt Spaß macht die bekannten Charaktere des Franchises in Echtzeit zu steuern. Animationen sehen so schön aus wie noch nie und teilen das Look and Feel der vergangenen Titel. So wird man etwa nach einem Level-Up mit dem gewohnten Screen belohnt, der den Anstieg der einzelnen Fertigkeiten zeigt, und ähnlich ikonisch zoomt die Kamera auf die Augenpartie des Charakters, bevor er seine kritische Attacke ausübt.

Klassentreffen

Wenn man mich fragt, wo Warriors in der Zeitachse von Fire Emblem einzuordnen ist, muss ich eingestehen, dass ich komplett überfordert bin. Zeitreisen sind wie auch so oft ein großes Thema und so werden 25 der beliebtesten Charaktere aus Titeln wie Fates, Awakening und Shadow Dragon zusammengetragen. Die zwei Königskinder Rowan und Lianna wurden neu für das Spiel geschrieben und überzeugen neben den etablierten Helden und Heldinnen nur wenig. Die Story ist seicht, gilt aber ohnehin nur als Ausrede um Interaktionen zwischen Charakteren aus verschiedenen Spielen zu ermöglichen. Das ist allerdings durchaus Grund genug ist um der generell unterhaltsamen Kampagne Beachtung zu schenken. Diese ist auch lokal mit einem zweiten Spieler bestreitbar, was aber der sonst smoothen Performance etwas Einhalt gebietet. Die Version für den New Nintendo 3DS muss bis auf den fehlenden lokalen Co-Op wenig Abstriche machen. Alleine die Blickreichweite ist etwas beschränkt, was aber durch den Vorteil der großen Karte am unteren Screen des 3DS wieder ausgeglichen wird.

Aus der gleichen Feder

Wie für die Serie üblich, spielt auch hier das Waffendreieck eine große Rolle. Wer Schere-Stein-Papier kennt, kann das ganz einfach auf Schwert, Axt und Speer ummünzen. Die zweite Konstante, Perma-Death, hat auch seinen Weg ins Spiel gefunden. Alternativ kann man auch einen Casual-Mode auswählen, bei dem gefallene Charaktere nach Kampfende wieder zurückkehren und nicht für immer verloren sind. Wer wenig von Hack-and-Slash hält, kann zwischendurch auf die Map zurückgreifen, die im Stil der letzten 3DS-Titel gehalten ist, um dort Einheiten strategisch befehligen. Am besten gefällt mir allerdings die große Variation durch die verschiedenen Charaktertypen. On the fly zwischen Pegasus-Knights, Schwertkämpfern und Magiern zu wechseln, und dann diese Charaktere auch noch passend zu paaren um die besten Boni zu erhalten, überzeugt vollkommen und sorgt erfolgreich dafür, dass die leichten Kämpfe dennoch Spaß machen.

Der perfekte Hybrid

Musou-Games sind selten ein wahres Kunstwerk, selbst wenn die Exekution wie hier absolut lobenswert ist. Dennoch habe ich an manchen Tagen das grandiose Super Mario Odyssey beiseite gelegt und war dann dank des meditativen Gameplays trotz Erschöpfung mehrere Stunden an die Switch gefesselt. Fire Emblem Warriors übersetzt alles was die Serie so großartig macht auf das bestehende Konzept der Warriors-Reihe und ist dadurch nicht nur optisch ein Traum für jeden Fan von Chrom, Marth und Konsorten.

Was wir nice fanden:

  • Spirit von Fire Emblem
  • Entspannendes Gemetzel
  • Zahlreiche Referenzen
  • Optisch on-point

Was wir nicht so nice fanden:

  • Repetitives Kampfsystem
  • Performance im Co-Op
  • Hauptcharaktere unansprechend

Shinigaming

Für diesen Artikel wurde uns von Nintendo ein Review-Code für Switch und N3DS zur Verfügung gestellt. Seid ihr Fan der Fire Emblem-Reihe? Welcher Teil gefällt euch am besten und wer ist euer Lieblingscharakter? Hinterlasst uns einen Kommentar auf FacebookTwitter, oder gleich hier unter dem Post!

  • Liebt schwarzen Kaffee und Musik mit Schreierei. Ist Gründungsmitglied, aber trotzdem furchtbar schlecht in kompetitiven Spielen. Besitzt ein lebensgroßes Schlüsselschwert um die Welt vor herzlosen Reviews zu beschützen.

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