Hearthstone-Entwickler Ben Brode zu den aktuellen Nerfs

Seit dem Launch der letzten Hearthstone-Erweiterung weht wieder frischer Wind in Blizzards Kartenspiel. Mit den Deathknights für jede Rasse und der Wiederbelebung so mancher Archetypen spielt es sich frischer denn je. Doch ein paar Klassen performten ein wenig zu gut, also mussten Ben Brode und die anderen Developer reaktiv und teilweise auch proaktiv eingreifen.

Was ist neu?

In der vergangenen Woche wurden drei Karten geändert, die schon seit dem Launch des Spiels kaum von Decks wegzudenken waren. Darunter die 2-Mana-Waffe Fiery War Axe, welche fast ausnahmslos jedes Warrior-Deck spielte, die Verzauberungskarte Hex, mit der Schamanen gefährliche Targets in Frösche verwandeln konnten, und die Druiden-Karte Innervate, die jetzt statt zwei zusätzlichen Mana nur noch als eine Art Coin fungiert und für die jeweilige Runde ein Mana extra erzeugt. Während die Kosten von Hex und Fiery War Axe lediglich um ein Mana erhöht wurden, sind die Auswirkungen für Druiden größer, da die Karte für die meisten Spieler die Berechtigung für einen der dreißig Kartenslots im Deck verliert.

Warum genau diese Karten?

Viele der aktiven Spieler sahen Ultimate Infestation als das eigentliche Problem, warum Druiden auf der Ladder so prominent vertreten waren: Eine Karte, die für 10 Mana 5 Schaden schießt, einen 5/5 Ghoul herbeiruft, 5 Rüstung erzeugt und 5 Karten ziehen lässt. Diese blieb von dem Nerf aber unberührt, da sie sich nur für vergleichsweise kurze Zeit im Standardset befindet und nach zwei Jahren nur noch im Wild-Modus spielbar ist. Entwickler Ben Brode erklärte, dass die Druidenklasse eine der größten Herausforderungen der Standard-Rotation war, da 26 Standard- und Basiskarten in den Metadecks gespielt wurden. So fühlt sich die Klasse letztendlich immer gleich an und neue Erweiterungen haben kaum Einfluss auf die gespielten Karten. Genau das will Blizzard verhindern, denn es ist ihnen wichtig, dass sich das Spiel mit jeder Rotation frisch und aufregend anfühlt. Deswegen musste auch die Kriegerwaffe Fiery War Axe dran glauben, die unter Streamern oft gerne als Fiery Win Axe betitelt wurde. Hex ist bis jetzt noch nicht unbedingt negativ aufgefallen, könnte aber eventuell mit der kommenden Erweiterung zu stark werden und so könnte der Nerf ein proaktiver Move des Teams sein.

Warum keine Hall of Fame?

Im Frühjahr hatte Blizzard die Hall of Fame eingeführt – eine Option um Evergreen-Karten aus dem Basis- oder Klassikset für immer aus der Standard-Rotation zu verbannen, ohne sie dabei zu schwächen. Karten wie Sylvanas oder Ragnaros wurden Teil dieser Kollektion und behielten dadurch ihre Identität. Ben Brode betonte bereits mehrmals, dass er den Spielern nicht die Chance nehmen will, ihre Lieblingsdecks im Wild-Modus für immer zu spielen. Besonders wichtig ist ihm auch, dass das Team keine Archetypen zerstört. Druiden sollen immer für Ramp bekannt sein, während es bei Kriegern immer um Control gehen soll. Deswegen ist es für das Team ein Spagat, welche Karten sie nerfen, und welche sie lieber in die Hall of Fame stecken. Die Balance mit den drei erscheinenden Erweiterungen pro Jahr zu bewahren, ist dabei extrem schwer, da die Rotation nur am Jahresende stattfindet. Der Grund dafür und gegen öftere Rotationen ist, dass es für Spieler extrem mühsam wäre, alle vier Monate Decks anpassen zu müssen.

Mit ihren Änderungen hat das Hearthstone-Team im Moment durchaus Erfolg. Durch den Nerf des Murloc Warleader und der zweiten Druidenkarte Spreading Plague wirkt die Klassen- und Archetypenverteilung wieder viel diverser und man begegnet merklich weniger Druiden auf der Ladder. Ob Nerfs der drei Basiskarten genug Gleichheit in das Spiel bringt, ist fragwürdig. Es wird wohl in Zukunft noch mehrere dieser Eingriffe benötigen, um komplette Fairness zwischen den neun verschiedenen Klassen herzustellen.

Shinigaming

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf enemy.at. Wie seit ihr den Änderungen der Basis- und Klassikkarten gestimmt? Hättet ihr etwas anders gemacht? Hinterlasst uns einen Kommentar auf FacebookTwitter, oder gleich hier unter dem Post!

  • Liebt schwarzen Kaffee und Musik mit Schreierei. Ist Gründungsmitglied, aber trotzdem furchtbar schlecht in kompetitiven Spielen. Besitzt ein lebensgroßes Schlüsselschwert um die Welt vor herzlosen Reviews zu beschützen.

  • Show Comments

Leave a Reply