Splatoon 2 im Review

Farbe bekennen

Schon als Splatoon vor zwei Jahren für die Wii U herauskam, war ich von der Prämisse des Spiels begeistert: Ein familienfreundlicher Shooter auf einer Nintendo-Konsole, der ganz ohne Gewalt auskommt, sich zur Abwechslung nicht an bestehenden IPs bedient, und ebenso Potential für E-Sports zeigt. Wie auch viele andere Wii U-Spiele erhält auch Splatoon ein Switch-Update – mit der kleinen Ausnahme, dass bei diesem Titel eine Zwei am Ende steht.

Knallbunte Farbschlacht

Kernstück von Splatoon 2 ist, genau wie im Vorgänger, immer noch der Multiplayer. Das Prinzip ist einfach erklärt: Es gilt das Spielfeld mithilfe von Farbpistolen in der eigenen Teamfarbe einzusauen. In seiner eigenen Farbe bewegt man sich in Tintenfischform schneller, während man durch gegnerische Farbe verlangsamt wird. Das Team, das am Ende des Spiels den größten Anteil der Fläche gefärbt hat, gewinnt. Kills zählen also nicht direkt, sondern helfen nur um einen Zeitvorteil zu gewinnen, da nur der Endstand der Spielfeldeinfärbung herangezogen wird. Das erlaubt taktischen Tiefgang und nimmt den Fokus von primitivem Geballer und eindimensionalen Taktiken. Verschiedene Waffen unterstreichen dabei die zahlreichen Spielstile: Während man mit der Walze effektiv großflächig bemalt, brillieren andere Waffen wie der Blaster eher im direkten Angriff und eignen sich dementsprechend schlecht um den Boden zu färben. Splatoon 2 bringt mit Dualwaffen frischen Wind ins Spiel und bietet auch Abwechslung durch Redesigns der bestehenden Ausrüstung.

You’re a kid now, you’re a squid now

Da ein Multiplayer-only-Titel auf einer portablen Konsole ziemlich abstinkt, hat sich Nintendo dieses Mal bemüht einen ansprechenden Single-Player mit auf den Weg zu geben. Der neue Modus bietet ausreichend Abwechslung um lange Zugfahrten zu füllen und fordert Spieler durch clevere Platforming-Passagen und viel Variation heraus. Mit von der Partie ist mit Splatoon 2 außerdem der Salmon Run – ein Modus, der bis zu vier Spieler gemeinsam gegen Gegnerwellen antreten lässt. Wer nicht zufällig mehrere Switch-Systeme und Kopien des Spiels besitzt, muss sich leider an die begrenzten Verfügbarkeitszeiten halten. So geht Nintendo sicher, dass sich zu jeder Zeit genug Spieler finden. Schade, denn beim vermutlich witzigsten Modus des Spiels, wäre das nun echt nicht vonnöten gewesen.

Rot sehen

Da mit dem Turf War der klassische Multiplayer immer noch klar im Fokus von Splatoon steht, ist es mir ein Rätsel, wie benutzerunfreundlich manche Entscheidungen getroffen wurden. Das Matches peer-to-peer abgewickelt werden, ist kostentechnisch noch nachvollziehbar, aber warum ist es nicht möglich, zwischen den Matches sein Waffenset zu wechseln? Stellt euch mal vor, ihr würdet bei einer Runde Overwatch mit Tracer in einem Match voller Tracers landen, und niemand könnte wechseln. So witzig das auch im ersten Moment klingen mag, Fun ist das nicht. So ist man außerdem gezwungen gut funktionierende Gruppen zu verlassen, nur weil man aus der Lobby gehen muss um von der Farbwalze zum Sniper-Gewehr zu wechseln. Dass man innerhalb des laufenden Spiels Setwechsel vermeidet, geht vollkommen in Ordnung, aber so ist das eigentlich nur absurd und absolut nicht cool.

Jedem das Seine

Ich persönlich finde es immer gut die Wahl zu haben. Darauf setzt auch das regelmäßige Spiel-Event, in dem man sich für eine Seite entscheidet und für diese anschließend kämpft. In diesem sogenannten Splatfest werden dann Grundsatzfragen wie Ketchup vs. Mayo, oder Eis vs. Kuchen geklärt. Für Squidkids, die richtig getippt haben, und zahlreiche Matches bestritten haben, stehen dann wertvolle Belohnungen bereit. Die eigene Gesinnung kann man in der Lobby auf kleinen personalisierbaren Zeichentafeln verkünden, was sehr viel Raum für Memes, schlechte Wortwitze, oder künstlerische Meisterwerke lässt. Aktuell lässt sich gerade ein Trend zu Furry-Malereien erkennen, was ich am besten einfach unkommentiert lasse. Generell erlaubt Splatoon 2 sehr viel Individualität – sei es in der Gestaltung der Charaktere, der Ausrichtung der Perks, oder eben in der Kundgabe seiner Lieblingssauce.

Hochkarätiges Farbspektakel

Fans der Serie können sich glücklich schätzen, schon nach so kurzer Zeit ein so hochqualitatives Sequel des farbenfrohen Nintendo-Shooters bekommen zu haben. Obwohl Splatoon 2 nicht fehlerfrei ist, und Kleinigkeiten den Spielkomfort des Multiplayer-Modes deutlich stören, hat sich das extrem ansprechende Grundkonzept kein bisschen abgenutzt und wurde durch ansprechende Neuerungen erweitert. So bietet der Titel ein fundierteres Gesamtpaket des Farbspektakels auf der weit zugänglicheren Nintendo Switch und öffnet dadurch die Pforten für unzählige neue Spieler.

Was wir nice fanden:

  • Einzigartiges Spielprinzip
  • Farbenfrohe Aufmachung
  • Cleveres Platforming im Singleplayer
  • Zahlreiche Neuerungen

Was wir nicht so nice fanden:

  • Peer-to-peer Multiplayer
  • Kein Waffenwechsel zwischen Matches
  • Zeitliche Begrenzung von Salmon Run

Shinigaming

Für diesen Artikel wurde uns von Nintendo ein Review-Exemplar für Nintendo Switch zur Verfügung gestellt. Wie gefällt euch die Fortsetzung von Splatoon? Besitzt ihr auch das Original für die Wii U? Hinterlasst uns einen Kommentar auf FacebookTwitter, oder gleich hier unter dem Post!

  • Liebt schwarzen Kaffee und Musik mit Schreierei. Ist Gründungsmitglied, aber trotzdem furchtbar schlecht in kompetitiven Spielen. Besitzt ein lebensgroßes Schlüsselschwert um die Welt vor herzlosen Reviews zu beschützen.

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