Little Nightmares im Review

Wer Fan von Titeln wie Limbo und Inside ist, kann sich auf einen spirituellen Nachfolger freuen. Die Entwickler von LittleBigPlanet haben nämlich die niedlichen Sackfiguren über Bord geworfen und fokussieren sich jetzt auf eine weit furchterregendere Story. Mit ein bisschen Tim Burton-Einfluss soll Little Nightmares die schlimmsten Kindheitsängste an den Tag bringen und für ein paar erschreckende Stunden in altbekannter Platformer-Manier sorgen.

Subtiler Horror

In Little Nightmares verkörpert man das neunjährige kleine Mädchen Six, welches sich, in einem gelben Regenmantel vermummt, seinen Weg durch düstere Räume bahnt um seltsam deformierten Wesen zu entkommen. Auf Storytelling im klassischen Sinne wird komplett verzichtet, denn es gibt weder Zwischensequenzen, noch Gesprochenes. Im Vordergrund steht allein die bedrückende Stille, die sich wie ein Schleier über die meisten Levelabschnitte zieht. Zusätzlich untermalen Basstöne die herannahende Bedrohung, die in Little Nightmares omnipräsent ist. Was man mit dem Produkt all dieser Inputs macht, bleibt dem Spieler selbst überlassen.

Trägisches Gameplay

Gameplay-technisch ähnelt Little Nightmares anderen Grusel-Platformern. Doch auch von LittleBigPlanet haben die Entwickler ein unverkennbares Merkmal übernommen: Die träge Steuerung. Six bewegt sich nur extrem langsam und schwammig, was zwar zum Aufbau der Stimmung beiträgt, aber auch etwas den Spielfluss hemmt – vor allem wenn Rätsel in ähnlicher Form wiederkehren, oder man einen Sprung aufgrund der seltsamen Leveltiefe zum gefühlt zwanzigsten Mal probiert, weil die Präzision der Kamera zu wünschen übrig lässt. Häufig erreicht man somit die Grenze der Verzweiflung, doch nur selten ist man als Spieler direkt Schuld daran.

Auf der Flucht

Über vier Stunden kann man mit Little Nightmares verbringen, was bei einem Preispunkt von etwa 20 Euro vollkommen in Ordnung ist. Meistens wird man sogar länger daran rätseln, da man hier und da feststeckt, oder alternative Wege nach sammelbaren Gegenständen absucht. Das Highlight zwischen den klassischen Rätsel- und Puzzle-Einlagen, wie zum Beispiel dem Suchen von Schlüsseln oder Aktivieren von Schaltern, sind aber die durchaus einschüchternden Sequenzen, in denen man von Gegner verfolgt oder gesucht wird. Diese Interaktionen frischen den Spielfluss angenehm auf und lassen selbst die coolsten Spieler vor Schreck erzittern. Nur schade, dass man danach sofort wieder in Repetition versinkt und sich an wiederkehrenden Aufgabenstellungen ärgern muss.

Gruselstunden für zwischendurch

Little Nightmares setzt auf kinderfreundlichen Horror à la Tim Burton und trifft mit diesem Artstyle den Nagel auf den Kopf. Audiovisuell ist es top, doch kann oftmals so stark frustrieren, dass man selbst die kurze Spieldauer auf mehrere Tage verstreuen will. Stimmungstechnisch ist trotzdem viel aus dem Titel herauszuholen, vor allem wenn man auf der Suche nach Abwechslung oder einem neuen Puzzle-Platformer ist. Hätte man noch etwas an den grundlegenden Gameplay-Elementen gefeilt, hätte das Game wohl sein wahres Potential entfalten können.

Was wir nice fanden:

  • Fantastischer Artstyle
  • Gruslig ohne Gewalt
  • Niedriger Preis

Was wir nicht so nice fanden:

  • Wenig Rätselabwechslung
  • Unpräzises Platforming
  • Schwammige Steuerung

Shinigaming

Für diesen Artikel wurde uns von Bandai Namco ein Review-Code für Playstation 4 zur Verfügung gestellt. Was sagt ihr zum Stil von Little Nightmares? Kann es sich mit ähnlichen Platformern wie Limbo oder Inside messen? Hinterlasst uns einen Kommentar auf FacebookTwitter, oder gleich hier unter dem Post!

  • Liebt schwarzen Kaffee und Musik mit Schreierei. Ist Gründungsmitglied, aber trotzdem furchtbar schlecht in kompetitiven Spielen. Besitzt ein lebensgroßes Schlüsselschwert um die Welt vor herzlosen Reviews zu beschützen.

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