Hakuoki: Kyoto Winds im Review

My edo romance

Vertreter des Visual-Novel und Reverse Harem-Genres erscheinen in unseren Breiten eher selten. Umso mehr hat es mich gefreut, mit Hakuoki: Kyoto Winds von Idea Factory einen weiteren Teil des Hakuoki-Franchise in den Händen halten zu können. Die Serie, die ihren Anfang mit Hakuoki: Demon of the Fleeting Blossom gemacht hat und danach zu einem Anime samt Prequel, Sequel und Spin-off gewandelt wurde, ist vermutlich der prominenteste Vertreter des Genres, der bei uns erschienen ist. Wer also Lust hat die Visual-Novels à la sweet-amoris gegen etwas qualitativ Hochwertigeres in Form von gut gebauten Samurai auf der PS Vita einzutauschen, wird hier fündig werden.

Damsel in distress

In der Person von Yukimura Chizuru seid ihr, in Männerkleidung als Junge getarnt, nach Kyoto auf der Suche nach eurem Vater, einem Arzt der westlichen Medizin, der seit einigen Monaten verschwunden ist. Kurz darauf – und wie könnte es anders sein? – gerät ihr allerdings in ziemliche Schwierigkeiten, aus denen ihr von zufällig anwesenden Schwertkämpfern der berühmten Shinsengumi gerettet werdet. Doch ihr habt dadurch von einem Geheimnis erfahren, das die Shinsengumi unbedingt hüten wollen. Deshalb nehmen sie euch direkt mit in ihr Hauptquartier um zu besprechen was mit euch geschehen soll – und sind ziemlich überrascht, als sich herausstellt, dass ihr gar kein Junge seid. Dass die Shinsengumi ebenfalls nach eurem Vater suchen kommt mehr als nur gelegen und so wird beschlossen dass ihr, weiterhin als Junge getarnt, unter all den attraktiven Samurai leben sollt. Klingt bekannt? Kein Wunder, denn die Story hält sich an den Vorgänger und ist dem Anime ebenfalls sehr ähnlich.

Story Time

Die Geschichte aus dem alten Japan verzaubert mit einem schönen Zeichenstil, stimmiger Musik, lebendiger Animation und hinreißender japanischer Synchronisation. Und nicht zu vergessen all die gut gebauten, pardon, gezeichneten Männer, die alle auf engstem Raum mit euch leben. Was als historische Romanze anmutet, entpuppt sich bald als Visual Novel mit Fantasy-Einschlag, die in ein Setting aus teilweise komplizierten politischen Intrigen gehüllt ist. Glücklicherweise verfügt das Spiel über einen eigenen Glossar, den ihr jederzeit aufrufen könnt, wenn ihr etwas über die historischen Ereignisse und Begriffe erfahren wollt. Das Spiel scheint viel Wert auf geschichtliche Korrektheit zu legen, was jedoch leider in Anbetracht des dominanten Fantasy-Teils ein bisschen absurd wirkt. Wer sich eine romantische Dating Sim erhofft hat, wird nicht voll auf seine Kosten kommen, denn hier liegt der Fokus entgegen aller Erwartungen nicht. Bei entsprechender Wahl der Entscheidungen bietet das Spiel allerdings viele verschiedene Bilder und herzerweichende Szenen, die etwaige verspätete Frühlingsgefühle wecken und Lust auf mehr machen. Wer sich eine extra Portion Romantik holen möchte, sollte bereits von Anfang an den Fokus auf einen Bachelor legen und keine Gelegenheit auslassen bei diesem Punkte zu sammeln. Das Spiel belohnt euch dafür mit besonderen Bildern und Dialogen. Am Ende habt ihr die Gelegenheit alle Bilder, die ihr zu den Charakteren sammeln konntet, noch einmal anzusehen und könnt diese sogar durch Zoom beliebig detailliert betrachten. Das motiviert das Game erneut zu beginnen und euch einem anderen Charakter zu widmen um mehr Artworks zu ergattern.

Men Candy

Wer bereits vom Trailer Herzklopfen und feuchte Hände bekommen hat, wird vom Spiel nicht enttäuscht werden. Hakuoki: Kyoto Winds bietet einen abwechslungsreichen Mix aus Fanservice und Comedy. Das ernste Setting bietet – auch für euch – lebensgefährlichen Entscheidungen, die das Spiel sofort beenden, sowie intime und berührende Momente mit den Mitgliedern der Shinsengumi. Je nachdem wie ihr eure Entscheidungen trefft, beeinflusst dies die Bachelors, mit denen ihr interagiert und die Zuneigung, die sie für euch empfinden. Leider führen fast alle storytechnischen Entscheidungen zum selben Ergebnis, sodass die Geschichte nur in Details abweicht, die Schlüsselpunkte aber alle gleich bleiben. Hier lohnt es sich bei jeder Entscheidung – es sind leider nicht allzu viele – zu speichern und eine andere Auswahl zu treffen um die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel zu verfolgen. Sei es weil ihr euch alle Routen ansehen wollt, oder einfach nur weil ihr euch zwischen all den Männern nicht entscheiden könnt. All jene, die öfter im Dating Sim-Genre unterwegs sind, werden schnell die Stereotypen erkennen, die den einzelnen Bachelors zugrunde liegen und daher problemlos die richtigen Antworten finden. Das Spiel unterscheidet sich von seinen Vorgängern vor allem durch neue männliche Charaktere, die allerdings leider nur spärlich eingebaut sind. Daher gibt es nur wenige Möglichkeiten mit ihnen zu interagieren – falls man sie überhaupt findet. Aber wer braucht schon Frischfleisch wenn der altbewährte Cast das Herz des Spielers ohnehin im Sturm erobern kann?

Never change a running system

Auch wenn ich als alter Fan der Serie etwas enttäuscht von der Ähnlichkeit war, die Hakuoki: Kyoto Winds mit seinem Vorgänger und dem gleichnamigen Anime hat, so hat es das Spiel trotzdem geschafft mich zu packen und ich konnte die kurzweilige Visual Novel immer nur schwer zur Seite legen. Durch Animation, Zeichenstil und Synchronisation entsteht ein schönes Gesamtpaket, das genug Frühlingsgefühle weckt um über die teilweise fadenscheinige Story und das abrupte Ende hinwegsehen zu können – alles in allem also ein schöner Titel für zwischendurch. Bleibt nur noch zu hoffen, dass das Spiel wie sein Vorgänger für mehrere Konsolen adaptiert wird und nicht exklusiv für PlayStation Vita bleibt.

Was uns gefallen hat:

  • Großartiger Artstyle
  • Japanische Synchronisation
  • Fabulous Fanservice
  • Humorvoll präsentiert

Was uns nicht so gut gefallen hat:

  • Exklusiv für Vita
  • Story teilweise fadenscheinig
  • Schlechte Einbindung neuer Charaktere

Shinigaming

Für diesen Artikel wurde uns von Idea Factory ein Review-Code für Playstation Vita zur Verfügung gestellt. Habt ihr Reverse-Harem-Geheimtipps zu denen ihr immer wieder zurückkehrt? Oder zieht ihr die Waifus den Husbandos vor? Hinterlasst uns einen Kommentar auf FacebookTwitter, oder gleich hier unter dem Post!

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