Touhou Genso Wanderer im Review

Von Bullet Hell zu Dungeon Hell

Aus dem Hause NIS America kommt mit Touhou Genso Wanderer der nächste Nischentitel angeflogen. Der Begriff Touhou mag im Westen nicht jedem sofort vertraut sein, hat aber in Japan großen Einfluss auf die dortige Anime- und Gamingszene. Was als einfaches Bullet Hell-Spiel mit herausragendem Soundtrack begann, hat sich inzwischen zu einem riesigen Franchise entwickelt. Touhou Genso Wanderer ist nur ein weiterer Schritt um mehr Land in der Branche zu erschließen.

Mystery solved

Wer jemals die Chance hatte, einen Mystery Dungeon-Titel in der Hand zu halten, in den meisten Fällen Pokémon, dürfte sofort die Ähnlichkeiten erkennen. Touhou Genso Wanderer ist ein Mystery-Dungeoncrawler. Das bedeutet der Spieler kämpft sich durch unzählige zufällig im Raster generierte Ebenen und legt zwischendurch nur Pausen ein um seine Ausrüstung zu verbessern oder die Story voranzutreiben. Letztere ist simpel gehalten und baut sich eher um Gameplay und Fanservice auf anstatt selber im Mittelpunkt zu stehen. Das Spiel strotzt zwar vor Dialogen, aber wenige tragen wirklich zur Handlung bei und sind für Touhou-Neulinge auch eher unverständlich.  Dies könnte allerdings auch an der Übersetzung liegen, da hier einige Witze und Redewendungen verloren gehen.

Der Reverse-Souls-Effekt

Das Rad wird bei Touhou Genso Wanderer zwar nicht neu erfunden, aber ein paar Verfeinerungen des Spielprinzips wurden doch geboten. Der „Tummy”-Meter stellt den Hunger dar und sollte dieser auf null fallen, so endet auch euer Abenteuer verfrüht. Daher verbringt man seine Zeit damit Horden an Gegnern abzufertigen und Berge an Essen zu verschlingen, aber zum Problem wurde das Feature trotzdem nur gelegentlich. Interessant ist dass bei einem Game Over die Ausrüstung erhalten bleibt und daher verbessert werden kann. Frust kommt dadurch selten auf, da vor allem anfangs unerfahrene Spieler – ich zum Beispiel – ungeschickt ins Verderben stürmen. Dafür wird das Spiel nach jedem Tod praktisch immer einfacher. Zum Glück bleibt das Verbessern optional und so kann die Schwierigkeit gut angepasst werden. Leider schützt das natürlich nicht vor der Eintönigkeit, die rasch aufkommen kann bei so einem Dungeoncrawler. Abwechslung sucht man abgesehen von verschiedenen Bosskämpfen eher vergebens.

Ohren vor Augen

Auch optisch räumt das Spiel keine Awards ab. Zwar sind die Artworks sehr schön gezeichnet, aber die „Chibi”-Sprites, denen man die meiste Zeit ausgesetzt ist, sind sehr simpel gehalten, und die Animationen wurden auch aufs nötigste beschränkt. Wo das Spiel wirklich punktet, und zwar beachtlich, ist der Soundtrack. Stimmigkeit, Vielfältigkeit und ein gelungener Mix aus klassisch japanischen, sowie modernen Instrumenten zeichnen diesen aus. Mir fällt kein Touhou-Spiel ein, dessen Soundtrack mich jemals enttäuscht hätte. Ganze Zirkel beim Comiket, der größten Dōjinshimesse, widmen sich Remixes von Touhou-Soundtracks und sind innerhalb Stunden ausverkauft.

Touhou „Geht so” Wanderer

Touhou Genso Wanderer ist ein Nischentitel und lässt so natürlich vor allem die Herzen der Fans höher schlagen. Aber auch all jene die sich mit der Spielmechanik des Genres vertraut machen wollen werden Spaß am Spiel haben. Wer Lust bekommen hat sich mit der Touhou-Materie zu befassen, sollte aber vielleicht bei den Wurzeln beginnen, da man sich hier schnell in Dialogen und Charakterinteraktionen verliert. Das Spiel bietet fast alles was ein Dungeon Crawler haben muss und macht nur hier und da Fehler, während der Charme und großartige Musik die Spielerfahrung noch verbessern.

Was uns gefallen hat:

  • Fanservice für eingefleischte Touhou-Anhänger
  • Faire Schwierigkeit
  • Stimmiger Soundtrack

Was uns nicht so gut gefallen hat:

  • Rasche Eintönigkeit
  • Etwas lieblose Animationen und Sprites

Shinigaming

Für diesen Artikel wurde uns von NIS America ein Review-Code für PlayStation Vita zur Verfügung gestellt. Seid Ihr vertraut mit dem Touhou-Franchise? Wie fügt sich dieser Titel ein? Hinterlasst uns einen Kommentar auf FacebookTwitter, oder gleich hier unter dem Post!

  • Blizzard-Fan der ersten Stunde und Auffangbecken der Redaktion. Könnte ausschließlich von Videospielen und Reis leben.

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