Fate/Extella: The Umbral Star im Review

Eine Ballade von Saberfaces und Hunnenkönigen

Fans des Fate-Franchises wird aufgefallen sein, dass Spiele zur Serie pro Titel immer einen drastischen Genresprung machen. Von der Urform des Visual Novel abgesehen, plantschte das Franchise seine Füße im Beat’em Up (Fate/Unlimited Codes), Dungeoncrawler (Fate/Extra), Handy Card-RPG (Fate/Grand Order) und landete schließlich im Massen-Hack’n Slay mit Fate/Extella: The Umbral StarFrisch aus dem Hause Marvelous verspricht es schnelle Metzelkämpfe und ein buntes Effektefeuerwerk á la Senran Kagura, welches von den selbigen Entwicklern stammt. Die Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen, allerdings bleibt der rote Faden der Fate-Spiele in Form von Visual Novel-Passagen erhalten.

Fate/Wirrwarr

Um Spoiler zu vermeiden, werde ich diesen Teil kurz halten. Historiker hingegen seien gewarnt, denn obwohl das Franchise viel mit historischen Figuren, sowie Mythen und Legenden aus aller Welt und Epochen arbeitet, erlaubt es sich mehr als einmal künstlerische Freiheiten in deren eigenen Interpretationen. Bestes Beispiel in diesem Fall ist wohl Nero Claudius, Kaiser von Rom, der in Fate/Extella als 150cm große blonde Diva dargestellt wird.

Die Story schließt nahtlos an das Ende der Fate/Extra-Spiele an, wobei uns westlichen Fans Fate/Extra CCC verwehrt blieb und deswegen die eine oder andere Googlesuche zu bestimmten Charakteren notwendig ist. Nach einigen Tutorials düst die Story von einem Plot-Twist zum nächsten, und gipfelt meist in einem Aha-Moment. Die turbulente, aber auch sehr wirre Handlung wird clever in mehreren Arcs verpackt, in denen dieselbe Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erlebt wird. Jede trägt am Ende dazu bei, das Puzzle über den Umbral Star zu vervollständigen.

Wer Fate/Extra nicht gespielt hat, sollte zumindest die wichtigsten Dinge nachlesen, denn auf umfangreiche Erklärungen wartet man bei Extella umsonst. Es setzt generell einiges an Wissen über den Vorgänger und dem Franchise voraus.

Fate/Dynasty Warriors

Fate/Extella: The Umbral Star erfindet das Rad nicht neu, und hält sich, was Gameplay betrifft, an Altbewährtes. Mit leichten Combos lassen sich Horden von gesichtslosen Gegnern niedermetzteln, und auf Knopfdruck kann man einfach Spezialangriffe auslösen, die das Zimmer eines Nachtklubs umdekorieren.

So simpel das Gameplay auch aufgebaut ist, so befriedigend ist es im Spielfluss zu bleiben. Man bekommt schnell ein Gefühl über die Spielweise verschiedener Charaktere. Bosse und andere Servants haben zwar immer ein hübsch inszeniertes Intro, sobald sie das Schlachtfeld betreten, aber stumpfes Buttonmashing reicht meist aus, um sich ihnen zu entledigen. Das führt uns zum größten Mangel des Spiels: Die Eintönigkeit.

Die meiste Zeit wird derselbe Angriff wiederholt. Spielt man einen Charakter längere Zeit, rutscht man schnell in einen Trott. Erhöhte Schwierigkeit bedeutet eigentlich nur, dass Gegner mehr HP besitzen. Der flashige Massenvernichtungsangriff ist nur sooft flashig, bis der Skip-Button gedrückt wird.

Fate/Extra Fanservice

Keiner kann leugnen, dass Fanservice kein großer Verkaufspunkt der Serie ist. Und genau deswegen wird hier weit mit dem Fanserviceschläger ausgeholt. Viele der 16 spielbaren Charaktere hatten ihr Debut bereits in einem anderen Fate-Titel, und dürfen hier noch einmal im Rampenlicht stehen. Fan-Favoriten wie Iskander, Gilgamesh oder Arthur sind für einige schon Grund genug sich das Spiel zuzulegen.

Wer achtsam ist, wird mit Easter Eggs belohnt, wie bestimmte Servant-Interaktionen oder Kommentare. Ansonsten beläuft sich der Content um das Spiel herum aus dem handelsüblichen Extras, wie freischaltbare Artworks, Soundtracks und Szenen mit verschiedenen Charakteren.

Fate/Solide Kost

Fate/Extella: The Umbral Star ist unterm Strich ein sehr gelungenes Spiel – im Prinzip ein besseres Dynasty Warriors, das schneller und explosiver über die Bühne geht, und Genreenthusiasten ein gelungenes Spektakel darbietet. Allerdings zielt es wie auch Senran Kagura wohl eher eine Nischengruppe an. Daher ist Fate-Fan sein ein dicker Bonus, um das Spiel im vollem Ausmaß zu genießen. Obwohl der Schwerpunkt bei den Storypassagen liegt, eignet sich das Spiel dank schnellem und einfachem Gameplay auch für Zwischendurch. Neueinsteiger sollten aber zuerst den Vorgänger spielen oder sich bei den anderen Titeln wie Fate/Stay Night oder Fate/Zero umsehen, um einen geeigneteren Einstieg ins Franchise zu finden.

Was uns gefällt:

  • Dass es überhaupt im Westen erscheint
  • Unkomplizierte Steuerung
  • Fanservice durch die Bank
  • Liebe zum Detail der Charaktere

Was uns nicht gefällt:

  • Gameplay wird rasch eintönig
  • Story leider teils sehr wirr

ShinigamingFür diesen Artikel wurde uns von Marvelous ein Review-Code für PlayStation Vita zur Verfügung gestellt. Was haltet Ihr von Fate/Extellas Genresprung? Wie gefällt euch die Fortsetzung der Story? Hinterlasst uns einen Kommentar auf Facebook, Twitter, oder gleich hier unter dem Post!

  • Blizzard-Fan der ersten Stunde und Auffangbecken der Redaktion. Könnte ausschließlich von Videospielen und Reis leben.

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